Umweltgütesiegel für die Rottenmanner Hütte

Von Fritz Iglar am 8.10.2015

20151008 Umweltguetesiegel 250 *Über Jahre durch 20 000 Arbeitsstunden zum Erfolg!*

Der Alpenverein sieht seine Hauptaufgabe darin, die Erhaltung der Schönheit und Ursprünglichkeit der Bergwelt zu sichern. In der Bergwelt vor Ort sind 236 Schutzhütten, die der Alpenverein und seine Sektionen besitzen, wichtige Stützpunkte. Sehr häufig wurden sie schon vor Generationen in ökologisch sensiblen Bereichen, in Natur- und Nationalparks sowie in Naturschutzgebieten errichtet.

 

 

Seit 1996 vergeben die Alpenvereine das Umweltgütesiegel an Schutzhütten, die den Umweltgedanken besonders konsequent leben. Es werden jene Hütten ausgezeichnet, die dies trotz ihrer hochalpinen Umgebung tun. Eine fachkundige Jury überprüft dann vor Ort, ob die strengen Kriterien erfüllt werden. Ist dies der Fall, ergeht an das Präsidium des jeweiligen Alpenvereins die Empfehlung, das Umweltgütesiegel zu verleihen. Jedes Jahr im Herbst geschieht dies im Rahmen der Hauptversammlung in einer feierlichen Zeremonie. Heuer werden in Zell am See zwei Hütten mit diesem begehrten Siegel ausgezeichnet:
unsere Rottenmanner Hütte in den Niederen Tauern und das Hochweißsteinhaus in
den Karnischen Alpen.

Man ist bemüht, bei den Alpenvereinshütten durch den Einsatz von neuesten Technologien in den Bereichen Energieversorgung und Abwasserbeseitigung die Umwelt möglichst schonend zu behandeln.Eine große Anzahl von Kriterien ist zur Erlangung des begehrten Umweltgütesiegels zu erfüllen. Auf der Rottenmanner Hütte wurden folgende Maßnahmen erfolgreich umgesetzt:

  • Saubere Energie durch eigenes Wasserkraftwerk
  • Kein Einsatz fossiler Brennstoffe
  • Energiesparende Geräte und Beleuchtungstechnik
  • Biologische Kleinkläranlage
  • Versorgung der Hütte durch eine geräuschlose Materialseilbahn
  • Eigene Wasserversorgung ohne UV-Behandlung
  • Abfallvermeidung, Abfalltrennung und Kompostierung
  • Versorgung durch lokale Lieferanten
  • Regionales und saisonales Speisenangebot
  • Mobiliar aus Vollholz
  • Verwendung von biologisch abbaubaren Waschmitteln und Papieren
  • Das Erscheinungsbild der Hütte sowohl innen als auch außen
  • Umweltkommunikation und Gästeinformation für einen naturverträglichen Umgang mit der Bergwelt

Die oben angeführten Aktivitäten geschehen nicht von selbst. Um diese umfangreichen Arbeiten auszuführen, bedarf es zuerst der Identifikation mit
den Umweltzielen durch den Vorstand der Sektion.Die praktische Umsetzung erfordert den kompromisslosen Einsatz der Hüttenpächter. Besonders wichtig ist die große Anzahl von Menschen, die über Jahre freiwillig und unbezahlt ihre Fähigkeiten bei jeder Wetterlage zur Verfügung gestellt haben.

„Das Umweltgütesiegel für Hütten setzt ein starkes Engagement der Wirtsleute in der Betriebsführung voraus. Die Maßnahmen für den Umweltschutz und der verantwortungsvolle Umgang mit den Ressourcen bedeuten für Sektionen und Wirte einen großen finanziellen und zeitlichen Aufwand. Dieser Einsatz verdient Anerkennung und sollte auch entsprechend belohnt werden“,

so DI Helmut Ohnmacht, Vizepräsident des Alpenvereins, bei der feierlichen Verleihung in Zell am See. Insgesamt wurden auf der Rottenmanner Hütte 20 000 Arbeitsstunden geleistet, um all die, für diese Auszeichnung notwendigen Arbeiten auszuführen.

Die Alpenvereinssektion Rottenmann konnte am 3. Oktober 2105 bei der Präsentation in Zell am See einen ganz großen Erfolg feiern, der sicher den 500 Delegierten in Erinnerung bleiben wird. Fritz Iglar als Hüttenwart zeichnete, mit einer seiner gewohnt launigen Präsentationen den Weg zum Umweltgütesiegel nach. Anhand von prägnanten Daten, guten Installationen und humorigen Geschichten hat er den ganzen Saal sogar mehrmals zum Lachen gebracht.

Applaus und Gratulationen gab es von allen Seiten.

 

Zum Bericht auf der Homepage des Alpenvereins.

 

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