Sonnwendfeuer am Stein am Mandl

Von Fritz Iglar

20160625 Gipfelgratbleuchtung 250Historischer Moment in der Entwicklung einer umweltfreundlichen Gratbeleuchtung.

Von Totholz, Latschen über Dreckschleudern zur sauberen mit Akkus betriebenen Energiequelle.

 

 

 

 Was in der Sektion Rottenmann des Österreichischen Alpenvereines vor  62 Jahren  als Sonnwendfeuer der damals frisch gegründeten Alpenvereinsjugend beim  Nordostgrat am Stein am Mandl begann, hat sich zwischenzeitlich zu einer veritablen Gratbeleuchtung weiterentwickelt. Nachdem damals die brauchbaren Latschen- und Zirbenbestände sehr schnell ausgedünnt waren, kam die unselige Zeit wo man auf allen Bergeshöhen die Autoreifen brennen sah. Mit dem Naturschutz war das natürlich nicht vereinbar und das Abbrennen von Reifen wurde behördlicherseits verboten. Die nächste Stufe hat dann das Verbrennen von Altöl beinhaltet, abgelöst durch Bio-Rapsöl, versteckt hinter der alles entschuldigendem Bezeichnung Bio. Wie auch immer, auch die mit Paraffin getränkten Sägespäne sind kein geeigneter Ersatz zumal Wind und Wetter das Abbrennen jeglicher Feuer nicht unproblematisch macht.

Nachdem die Rottenmannerhütte 2015 mit dem Umweltgütesiegel für Alpenvereinshütten ausgezeichnet wurde, haben es auch die Initiatoren der Gratbeleuchtung unter der bereits 50-jährigen Betreuung durch Raiko Draxler als zeitgerecht empfunden, epochales in dieser Richtung zu ändern. Nach vielen aufwändigen Beleuchtungsversuchen welche auch einen glimpflich verlaufenden Bergrettungseinsatz ausgelöst haben, stand die Lösung fest. Andreas Rath, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Sektion Rottenmann, mit Elektronik und selbst kreierten elektronischen Prints zur Steuerung solcher Einrichtungen vertraut, hat eine Lösung mittels Akkus und starken LEDs entwickelt und zur Serienreife gebracht. Am vergangenen Wochenende hatten wir Premiere und das Stein am Mandl brannte im wahrsten Sinne des Wortes.  Alle Beteiligten sind überglücklich über diesen Erfolg und das breite positive Echo aus der Bevölkerung. Eine neue Epoche von umweltschonendem Umgang mit der Natur hat im heurigen 70jährigen Bestandsjahr unserer Sektion Rottenmann zusätzlichen Auftrieb bekommen.

Fotos

(Danke an: Franz, Fritz, Hubert, Rudi)