Geschichte zur Hütte

Alte Rottenmanner Hütte 7 250Die Rottenmanner Hütte liegt oberhalb der Globuckenalm in den Rottenmanner Tauern, umgeben von einem Zirben-Lärchen-Fichten-Mischwald.

Schon in den 1930-er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde unter den Bergfreunden von Rottenmann der Bau einer eigenen Schutzhütte der AV Sektion Rottenmann angedacht.

Damals war die Mobilität der Menschen sehr gering ausgeprägt und die Bergsteigertätigkeit beschränkte sich in erster Linie auf die engere Heimat. Auf der Globuckenalm stand damals die Brauner-Hütte, die als Almwirtschaft auch das Ziel vieler Wanderfreunde war und als Vorläufer der Rottenmanner Hütte angesehen werden kann.

 

1952 schließlich waren die Ideen und Vorschläge so weit gediehen, dass der Hüttenbau begonnen werden konnte. Obmann Alex Ivad bemühte sich um die freiwilligen Helfer, ohne die ein solches Unternehmen niemals möglich gewesen wäre. An den Ausläufern des Westhangs vom Hirschriedl sollte die Hütte an einer vermeintlich lawinensicheren Stelle errichtet werden. Auf einem gemauerten Kellergeschoß sollt die Hütte in Holz-Vollbauweise entstehen. Bis zum Scheibenboden existierte ein Weg, auf dem mit einem geländetauglichen Fahrzeug Material transportiert werden konnte. Ab dort gab es nur noch einen Karrenweg, der mit einachsigen Ochsengespannen nur mühsam befahren werden konnte. Unter großer Beteiligung der Bevölkerung von Rottenmann war es überhaupt erst möglich geworden, dieses Projekt durchzuziehen. Die Schulen beteiligten sich beim Transport von Ziegeln, Pensionisten brachten sich intensiv ein und Werkstätige verwendeten ihre karge Freizeit um am Bau dieser Hütte mitzuwirken.

Der Keller wurde händisch ausgegraben, die brauchbaren Steine für die Kellermauern wurden aus dem Aushub aussortiert, die fehlenden Steine wurden vom Abhang des Hirschriedl herangeschafft. Auch das Holz für den Oberbau wurde vor Ort geschlägert und mittels eines mobilen Sägewerkes konnten die erforderlichen Balken und Bretter geschnitten werden. Pferde wurden eingesetzt um die gefällten Bäume zum Bauplatz zu liefern. Den ganzen Sommer des Jahres 1953 waren Zimmerer damit beschäftigt, das Baumaterial für den Hüttenbau vor Ort bereitzustellen.

Zur Wasserversorgung wurde eine Quelle gefasst und mit einer 200m langen Leitung in die Hütte geleitet. Elektrischen Strom gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

 

Alte Rottenmanner Hütte Einweihung 250Im Herbst 1953 wurde die Hütte eingeweiht und ganzjährig bewirtschaftet. Die Versorgung der Hütte erfolgte über Träger, auch Tragtiere wurden eingesetzt. 1961 wurde ein Fahrweg Richtung Scheibenboden gebaut. Die bald darauf erfolgte Errichtung der Materialseilbahn zur Rottenmanner Hütte ermöglichte nun eine wesentliche Erleichterung der Versorgung. 1963 wurde das erste Kleinkraftwerk errichtet, das mittels einer Freileitung die Hütte nun auch mit Strom versorgte.

Im Jänner 1982 wurde das Unvorstellbare wahr: Durch eine riesige Staublawine, die ihren Ausgang am Stein am Mandl hatte, wurde die Hütte von ihrem Fundament gerissen und 100m weit von ihrem ursprünglichen Standort entfernt in den Wald gerissen, zerfetzt und zerstreut. Zurück blieb lediglich ein Trümmerhaufen. Gott sei Dank war die Hütte zu diesem Zeitpunkt gerade nicht bewohnt, und so kamen keine Menschen zu Schaden.

Anfangs war die Bestürzung groß, aber bald danach wurde der Beschluss gefasst, die Rottenmanner Hütte wiederum neu zu errichten. Da sich der alte Bauplatz nach 30 Jahren doch als lawinengefährlich herausgestellt hatte, wurde die neue Hütte 10 Gehminuten weiter nach oben verlegt.

Als erstes war die Instandsetzung und die Verlängerung der bestehenden Seilbahn zu bewerkstelligen, um den Hüttenneubau mit vertretbaren Kosten starten zu können. Nach eingehender Planung und diversen vorbereitenden Arbeiten wurde das Fundament ausgehoben und im Mai 1983 intensiv mit den Bauarbeiten begonnen. In Rekordzeit wurde der Rohbau einschließlich der Dachschalung noch Sommer dieses Jahres fertiggestellt. Der Innenausbau wurde teilweise in der kalten Jahreszeit vorangetrieben und schließlich konnte die neue Hütte im Sommer 1984 ihrer Bestimmung übergeben werden. In den letzten 10 Jahren wurde neben einer auf dem technisch letzten Stand befindlichen neuen Materialseilbahn auch das Kraftwerk an den erhöhte Energiebedarf angepasst. Eine Biologische Kläranlage, neben einer tadellosen Wasserversorgung, komplettiert die behördenkonformen Auflagen zum Betrieb unserer Hütte. Tausende Arbeitsstunden, die zumeist von freiwilligen geleistet wurden, waren und sind die Voraussetzung, dass sich die Rottenmanner Hütte auch nach 60 Jahren in einem perfekten Zustand präsentieren kann. Viele Hüttenwirte haben sich in den vergangenen Jahren um das Wohl ihrer Gäste gekümmert!

(E.W. Knapp)